Zwei Monate vor der WM: Noch ist die DFB-Auswahl nicht bereit

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In exakt zwei Monaten tritt für die deutsche Nationalmannschaft in Brasilien der Ernstfall ein: Im ersten Vorrundenspiel der Gruppe G wird dem Titelanwärter dann am 16. Juni gleich einmal von den starken Portugiesen auf den Zahn gefühlt. Die zunehmend heruntertickende Uhr gibt uns einen guten Anlass, den aktuellen Zustand der DFB-Auswahl in den Blick zu nehmen – eine Bestandsaufnahme, die leider frappierend an die lose Aneinanderreihung diverser Krankenberichte erinnert.

Löw droht den Optimismus zu verlieren

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Wer ist fit? Löw sorgen Verletzungen im Team (c) wikimedia.org/steindy

Jogi Löw scheint es derzeit mit einer Ansammlung von lauter Sorgenkindern zu tun zu haben; bereits vor dem Testspiel-Auftakt gegen Chile am 5. März wurde die Vorfreude des Bundestrainers deutlich von den aktuellen personellen Problemen überdeckt: „Sportlich gesehen bin ich echt nachdenklich. Drei Monate vor der WM haben wir acht, neun Spieler, die haben wenig Rhythmus, die sind lange verletzt gewesen, haben lange nicht gespielt. Ich bin mir nicht sicher, ob der eine oder andere zurückkommt vor der WM“. Wie dringend die Mannschaft Verstärkungen nötig hat, wurde dann auch bei dem äußerst glanzlosen 1:0-Erfolg gegen die Südamerikaner offenbar; insbesondere die Viererkette um Mertesacker und Boateng wurde in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena immer wieder schwindelig gespielt.

Obwohl seit jenem dürftigen Auftritt inzwischen gute sechs Wochen ins Land gezogen sind, scheint Entwarnung auch weiterhin noch lange nicht in Sicht zu sein. Im Gegenteil: Mit der endgültigen WM-Absage von Ilkay Gündogan musste ein Dauerpatient seinen WM-Traum mittlerweile sogar zu Grabe tragen. Mutmachende Signale ließen sich dagegen von Sami Khedira vernehmen, der sich nach seinem Kreuzbandriss offenbar im Soll befindet. Nach fünfmonatiger Verletzungspause macht sich der 27-Jährige derzeit beim Reha-Training auf Sizilien für sein hoffentlich rechtzeitiges Comeback bereit: „Ich will die Erwartungen nicht zu hoch hängen, aber ich bin zuversichtlich, dass ich in Top-Verfassung zur WM gehen werde.“

Fehlen im Sommer die Stürmer?

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Sven Bender ist für die WM mehr als fraglich (c) wikimedia.org/football.ua

Während Khediras eng gestrickter Genesungsplan jedoch durchaus noch für einige unangenehme Überraschungen sorgen könnte, sieht die Prognose für zahlreiche weitere lädierte Spieler derzeit deutlich freundlicher aus: So kehrten Marcell Janßen und Marcel Schmelzer zwischenzeitlich in das Lauftraining zurück und stehen somit nach aller Voraussicht rechtzeitig bereit, um sich im Zuge der intensiven Vorbereitungsphase in die benötigte WM-Form zu bringen. Den Dortmunder Sven Bender setzt eine Schambeinentzündung dagegen noch mindestens einen Monat außer Gefecht – was eine Teilnahme an der Endrunde mittlerweile als ziemlich wackelige Angelegenheit erscheinen lässt.

3 Tests bleiben bis zum WM-Auftakt

Aufgrund der grassierenden Seuche im deutschen Lager machen sich viele Wettanbieter längst einen Spaß daraus, Wetten darauf anzubieten, welche Spieler sind gerade rechtzeitig in eine solch vorzeigbare Verfassung bringen können, um doch noch den Sprung in den WM-Kader zu schaffen: Bei anderen tragenden Säulen der DFB-Elf sollte die baldige Genesung zwar vorauszusetzen sein, dafür treibt etwa den eine Oberschenkelverletzung ausheilenden Mesut Özil schon seit einiger Zeit ein heftiges Formtief um. Mit Blick auf die ellenlange Liste von Wackelkandidaten wird es den deutschen Anhängern derzeit also gewiss nicht leicht gemacht, unverdrossen an den vierten Titel in Brasilien zu glauben.

Dennoch ist das verbleibende Zeitfenster weiterhin groß genug, um das leergefegt wirkende Nationalteam noch mit zahlreichen Rückkehrern aufzufüllen. Bei den drei anstehenden Testspielen wird Jogi Löw zudem die Möglichkeit geboten, den einen oder anderen brauchbaren Alternativplan auszuhecken. Schon unmittelbar nach dem Ende der Bundesliga-Saison wird die WM-Form der vorhandenen Spieler von den Polen auf Herz und Nieren getestet (13. Mai). Nachdem es dann am 1. Juni gegen die unbezähmbaren Löwen von Volker Finke in den Schlagabtausch geht, soll zum Abschluss ein Schützenfest gegen Armenien die Stimmung noch einmal heben (6. Juni).

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